Street Racket: Ein Spiel, viele Möglichkeiten
Kein Netz, keine Halle, kein Platzwart, der die Linien zieht. Und trotzdem ein vollwertiges Racketspiel, bei dem Kinder ins Schwitzen kommen und Spass haben. Genau das macht Street Racket so besonders, und für viele Sportlehrpersonen ist es eine echte Entdeckung. Am Sporterziehertag 2026 war Marcel Straub Keynote Speaker udn vierfacher Workshopleiter, dabei ist dieses Interview entstanden.
Was ist das eigentlich?
Street Racket ist ein Racketsport-Konzept, das ohne feste Infrastruktur auskommt. Ein paar Kreidelinien auf dem Pausenplatz, auf der Strasse oder in der Turnhalle genügen als Spielfeld. Die Regeln sind einfach, das Material ist leicht, und deshalb können Kinder, Jugendliche und Erwachsene sofort mitspielen, unabhängig von Alter und Niveau. Darin liegt die grosse Stärke von Street Racket: Die Einstiegshürde ist fast nicht vorhanden.
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Über 1'000 Spielformen
Wer an Racketsport denkt, hat meist Tennis, Badminton oder Tischtennis vor Augen. Street Racket geht einen anderen Weg und bietet über 1'000 Spielformen für Unterricht, Training, Pause und Freizeit, drinnen und draussen. Das Spiel lässt sich an die Gruppe anpassen: Mit kleinen Anpassungen am Feld, an den Regeln oder am Ziel wird aus einer Lektion für Anfänger:innen eine Herausforderung für Fortgeschrittene. Das spart Vorbereitungszeit und passt zu Klassen, in denen sportlich sehr unterschiedliche Kinder zusammenkommen.
Von der Schweiz in die Welt
Was in der Schweiz begann, ist längst international. Street Racket wird nach Angaben der Initiator:innen in über 80 Ländern gespielt und in mehr als 2'600 Schulen eingesetzt. Der Gedanke dahinter: Bewegung soll dort ankommen, wo sie gebraucht wird, auch bei Menschen, die sonst wenig Zugang zu Sport haben. Weil keine teure Infrastruktur nötig ist, funktioniert das auf dem Pausenplatz in der Schweiz genauso wie in Projekten in Regionen mit wenig Sportanlagen.
Mehr als Motorik
Koordination, Reaktion und Ausdauer werden bei Street Racket ganz nebenbei trainiert. Dazu kommt das «Bewegte Lernen»: Hier verbindet Street Racket Bewegung und Lernen, indem Rechnen, Lesen und Sprachen direkt auf dem Spielfeld stattfinden. Zahlen auf dem Feld, Wörter, die getroffen werden müssen, Rechenaufgaben, die im Spiel gelöst werden: So wird der Pausenplatz zum Lernort und die Lektion zur Bewegungspause. Gerade für Kinder, die im Klassenzimmer schwer stillsitzen, kann das eine gute Ergänzung sein.
Teamwork, Inklusion und Fairness
Racketsport ist oft ein Duell, Street Racket kann aber auch anders. Mit dem TEAM-Racket werden kooperative Spielformen möglich, bei denen zwei Personen gemeinsam spielen und nur zusammen erfolgreich sind. Das verändert die Klassendynamik: Absprache, Rücksicht und gegenseitige Unterstützung werden wichtiger als der Punktestand. Auch Inklusion ist ein Thema. Weil das Spiel so niedrigschwellig ist, können Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen, auch Schüler:innen mit Beeinträchtigung oder mit wenig Deutschkenntnissen, gemeinsam spielen.
So gelingt der Einstieg
Der Start ist unkompliziert. Für Schulen empfiehlt sich der Dreiklang aus Material, Lehrplänen und Weiterbildung. Das Schulset reicht für eine ganze Klasse, und mobile Felder lassen sich flexibel einsetzen. Zur Unterrichtsvorbereitung gibt es zwei Online-Lehrpläne mit über 700 Videos, «Spielen & Motorik» und «Bewegtes Lernen», auch als App. Wer tiefer einsteigen möchte, kann Workshops für Lehrpersonen oder Schulklassen besuchen oder sich in rund drei Stunden online zum zertifizierten Coach ausbilden lassen. Mit Street Racket bist du damit schnell startklar, auch ohne Vorkenntnisse.
Fazit
Street Racket zeigt, dass guter Sportunterricht keine aufwendige Infrastruktur braucht. Ein paar Linien, etwas Material und Lust auf Bewegung reichen, um Motorik, Teamgeist und sogar Lerninhalte zu fördern. Für Sportlehrpersonen lohnt es sich, es einfach auszuprobieren: Vielleicht ist die nächste Lektion der Anfang einer neuen Lieblingsspielform. Zur Website Street Racket kommst du hier...

