Interview mit Gehirnforscherin Manuela Macedonia: Beweg dich – und dein Gehirn sagt Danke!

By Eric
September 17, 2019
6 min read

​Niemand kann besser erklären, warum Bewegung und Sport unserem Gehirn dabei hilft, dass es fokussierter und konzentrierter arbeiten kann. Die italienische Gehirnforscherin Manuela Macedonia beschreibt in diesem Interview, was in unserem Kopf passiert, wenn wir uns bewegen. Dr. Manuela Macedoina ist Neurowissenschafterin an der Universität Linz und beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Bewegung und Sport auf das menschliche Gehirn.

In diesem Podcast-Episode lernst du:

  • Warum die Forscherin für ihr Gehirn und nicht für ihre Figur läuft.Warum Bewegung unser Gehirn zu Höchstleistungen animiert.
  • Warum kreative Ideen bei Ausdauerbelastungen nur so sprudeln.
  • Was im Gehirn passiert, wenn wir uns bewegen.
  • Warum Diäten zum Scheitern verurteilt sind, wenn du auf deine Gehirn-Nahrung vergisst.
  • Warum Bewegung nicht nur in der Schule, sondern auch in der Erwachsenenbildung nicht fehlen sollte.

Shownotes:

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Noch mehr Fragen an Manuela 

Was bewirkt Bewegung im Gehirn?

Bewegung wirkt sich „systemisch“ aus, indem sie eine Reihe von Prozessen anregt, die unser Gehirn fit und leistungsfähig halten, so wie beim Auto eine regelmäßige Wartung. Alles wird sozusagen durch Bewegung gepflegt.

Nennen Sie den wichtigsten dieser Prozesse, die für unser Gehirn so wichtig sind.

Alle Prozesse, die Bewegung anregt, sind gleich wichtig aber vielleicht ist die Ausschüttung vom Nervenwachstumsfaktor von besonderem Interesse: Es handelt sich dabei um eine Substanz, die unsere Gehirnzellen und ihre Verbindungen stärkt, so eine Art Dünger. Haben wir zu wenig davon, ist unser Gedächtnis nicht leistungsfähig und wir sind für verschiedene Krankheiten anfälliger, wie Depression, Essstörungen, sogar für Alzheimer.

Wie wirkt sich Bewegung auf unser Kurzzeitgedächtnis aus?

Unser Kurzzeitgedächtnis sitzt im Hippocampus, einer Struktur in der Tiefe unseres Gehirns. Bewegen wir uns ausreichend, bleibt der Hippocampus fit und – bei Kindern – wird er im Volumen sogar größer. Bei Erwachsenen und älteren Menschen schrumpft er weniger oder gar nicht.

Wieviel Bewegung und in welcher Intensität braucht der Mensch, um diese Gehirnprozesse anzuregen?

Jeder Mensch ist anders und so ist auch sein Gehirn. So wie man nicht sagen kann, wie viel Bewegung man braucht, um 10 Kg abzunehmen. Es hängt von vielen Faktoren ab: Alter, Essgewohnheiten, BMI, Stoffwechsel, Sport, usw. … So ist es auch beim Gehirn: Bewege ich mich gar nicht, werde ich von einer zusammenhängenden Stunde Spaziergang am Tag bereits Vorteile spüren. Radle ich allerdings jeden Tag zwei Stunden in die Arbeit und zurück, habe ich schon viel für mein Gehirn getan. Je mehr desto besser, ohne allerdings zu übertreiben.

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Wie ist es bei Extremsportlern? Sie müssten das beste Gehirn haben!

Menschen, die viel Bewegung machen, haben nachweislich ein leistungsfähigeres Gehirn als andere, die keine Bewegung machen. Allerdings schüttet man durch Extremsport auch das Streßhormon Cortisol, welches dem Gehirn nicht gut tut. Idealerweise viel Bewegung ohne Druck, dann sind wir auf der sicheren Seite.

Stimmt es, dass man während des Sports die besten Lösungen für allfällige Fragen kommen?

Ja, es ist nachgewiesen! Wenn wir eine körperliche Anstrengung vor uns haben, schalten wir mental auf eine Art „Anstrengungsmodus“, damit wir alle körperlichen Ressourcen abrufen und zur Verfügung stellen. Unbewusst schalten wir dafür fokussiertes Denken aus. Das ermöglicht dem Gehirn weiter zu arbeiten und nach Lösungen für unser Thema / Problem zu suchen, indem es alle möglichen Speicherplätze und Windungen absucht. Dann kommt es mit einer „unerwarteten“ Lösung, einer kreativen!

Welche Einflüsse hat Sport noch, z.B. auf unsere Gemütslage?

Bewegung schützt unsere Psyche: Sie regt die Ausschüttung wichtiger Botenstoffe an, wie Dopamin – das Glückhormon – und Serotonin, jener Substanz, die uns ausgeglichen macht und bei Depressionen in zu geringem Ausmaß vorhanden ist.

Stimmt es, dass Bewegung als präventive Maßnahme gegen Demenz wirkt?

Ja, es stimmt: Unser Gehirn verfügt über ein Reinigungssystem, welches die Abfallprodukte seines Stoffwechsels abtransportiert. Bewegen wir uns, bleiben diese Prozesse aktiv. Dadurch lagern sich auf der Gehirnoberfläche keine abgestorbenen Zellen und keine Schadstoffe, die auf Dauer dem Gehirn schaden und eine Basis für Demenzerkrankungen, darunter Alzheimer bewirken können.

Wer sollte das Buch lesen?
Alle, denn Bewegung wirkt sich auf alle positiv aus: Kinder bis ältere Menschen profitieren davon!

Worum geht es in dem Buch überhaupt?
Es geht um die positiven Auswirkungen von Bewegung auf das Gehirn

Die wichtigste Erkenntnis aus diesem Buch?

Bewegung ist wie Medizin für das Gehirn in jedem Alter und das völlig ohne Nebenwirkungen!

Welche Sportsarten üben Sie im Winter aus?
Von Oktober bis zum 1. Mai fahre ich jedes Wochenende Ski: Alpin, Tourenski und Langlauf, abhängig von der Schneelage und vom Wetter. Im tiefen Winter gibt es auch Tage, an denen ich vom Berg zurück komme und noch langlaufen gehe. Manchmal hänge ich sogar ein 5 Kilometer Läufchen an, auch im Schnee: Das nenne ich Skrunning (Sk = Skiing und danach Running).

Und im Sommer?
Ab dem 2. Mai fahre ich mit meinem Mountainbike: Zum Teil Mountainbike-Strecken in den Bergen aber auch lange Touren, ca. 100 km am Tag und 1.000 Höhenmeter. Im September 2018 bin ich von meiner österreichischen bis ins Aostatal, meine italienische Heimat geradelt: 1.100 Km und 12.000 HM in elf Tagen, durch die Alpen. Das war wunderschön! Unter dem Hashtag #heimradeln, kann man in meinen Social Media meine Erlebnisse nachvollziehen.

Sie sagen „Ich laufe nicht für meine Figur, ich laufe für mein Gehirn“ warum?
Laufen ist der Sport, der mich am meisten Überwindung kostet, weil anstrengender als Ski- oder Radfahren. Meistens muss es auch zwischendurch gehen, wenn ich sonst einen vollen Tag schon gehabt, oder noch Termine vor mir habe. Aber ich überwinde mich - also ich laufe – im Wissen, dass ich meinem Gehirn etwas Gutes tue, dass ich es fit und aktiv halte, gegen psychische Krankheiten und Demenz vorbeuge. Für meine Figur würde ich es sicher nicht schaffen!

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