6 Fakten, die du über deine Faszien wissen solltest

By Eric
November 6, 2019
7 min read

Die Themen Faszien und Faszientraining sind in aller Munde, doch was sind Faszien überhaupt und wie kannst du diese Struktur im Körper am besten unterstützen?  Faszien wurden lange Zeit in der Anatomie stiefmütterlich behandelt, da die Organe selbst im Mittelpunkt der Forschung standen. Die Faszienforschung ist eine relativ junge Wissenschaft, die sich aber in kürze etabliert hat und die erstaunliche Fakten zu Tage brachte.

Mein "Tennisarm"​ und die Erkenntnis zum Thema Faszien

Vor etwa einem halben Jahr begann mein linker Unterarm zu schmerzen, meist wenn ich den Muskel anspannte, wie etwa bei Klimmzügen oder bei Bizeps-Curls. Zuerst machte ich mir nicht viel draus, aber die Schmerzen wurden schlimmer und hielten sich hartnäckig. So konsultierte ich einen Arzt, der mir den Befund mitteilte: Tennisarm! Hä, wie geht das? Tennis spielte ich ganz selten und wenn, dann mit der rechten Hand. Er erklärte mir, dass das dieses Symptom eine Verklebung der Faszie und eine Überreizung des Muskels ist und auch durch andere Tätigkeiten hervorgerufen werden kann. Die Therapie: Das Krafttraining für den linken Arm einmal aussetzen und schonen und den Unterarm auf verschiedene Arten dehnen. Darauf vertiefte ich mich in das Thema der Faszien, hielt mich an seinen Rat und inzwischen ist mein Unterarm wieder schmerzfrei! ​Damit dir das nicht passier, habe ich dir die wichtigsten Fakten zum Thema zusammengetragen.

​In dieser Podcast Episode erfährst du:

  • Was Faszien eigentlich sind und welche Bedeutung sie in deinem Körper haben.
  • Warum dein Bindegewebe ein Sinnesorgan ist, das dein Gehirn erreicht.
  • Warum psychischer Stress Gift für deine Faszien ist.
  • Wie Faszien deine Beweglichkeit bestimmen.
  • Warum Faszien deine Kraft definieren.
  • Warum Faszien deinem Körper seine Form geben.

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1. Was sind Faszien und welche Bedeutung haben sie in deinem Körper?

Faszien, oder auch Bindegebe genannt, sind ganz dünne weißliche Häute, die jedes Organ und jeden Muskel umschließen. Erst durch dieses Bindegewebe können Muskeln voneinander abgegrenzt werden. Ohne Faszien wäre eine saubere Anatomie nicht möglich, die Organe und Muskeln voneinander abgrenzt und isoliert beschreibt.

Wir können uns die Faszien als ein weitverzweigtes und vielschichtiges Netzwerk aus kollagenen Fasern, Fibroblasten und vielen anderen Zellen  vorstellen, die den gesamten Körper durchziehen und etwa 20% unserer Körperlichen Struktur einnehmen. Wenn du schon einmal Fleisch zubereitet hast, dann kennst du diese dünne, milchig-weiße Haut, die ein Hühnerschnitzel umgibt. Auch bei Pflanzen kennen wir trennende und zugleich formgebende Häute, wie zum Beispiel im Inneren von Orangen oder Grapefruits.

2. Faszien sind ein Sinnesorgan!

Faszien werden völlig unterschätzt, sie sind nämlich das größte Sinnesorgan des menschlichen Körpers. Als Sinnesorgan ist es nicht nur passives Bindegewebe, das unseren Körper zusammenhält. Das Fasziennetzwerk ist neben seiner Stütz- und Verbindungsfunktionen auch ein propriozeptives Netzwerk. Das heißt, es erkennt die Lage und die Bewegungen des Körpers, wie Gelenksstellungen oder Muskelspannung und reagiert darauf entsprechend. In den Faszien befinden sich also eine große Anzahl an Rezeptoren und Nervenzellen, die unser Gehirn ansteuern mit Sinneseindrücken überschütten.

Über diese Nervenbahnen wirken die Faszien auf unser vegetatives Nervensystem, sie bilden sozusagen die Rezeptoren für unser autonomes Nervensystem. Autonom bedeutet, das es weitgehend selbständig lebenswichtige Körperfunktionen reguliert, wie die Atmung, die Verdauung, einzelne Organe, aber auch verschiedene Muskeln. So arbeiten zum Beispiel der Herzmuskel oder die inneren Augenmuskeln völlig autonom.

3. Psychischer Stress nimmt die Elastizität deiner Faszien!

Die Spannung deiner Faszien wird auch vom autonomen Nervensystem beeinflusst. Bist du entspannt, senkt das auch die Spannung deines Bindegewebes. Angespanntheit oder Stress hingegen, steigert die Grundspannung deiner Faszien. Dieser Effekt wirkt aber auch umgekehrt: Wenn du Entspannungsmechanismen deines Bindegewebes einleiten kannst, dann wirst du auch psychisch gelassener und entspannter.

Viele Menschen haben nie gelernt, ihre Faszien zu entspannen. Die Tonuserhöhung des Bindegewebes bleibt dann auf einem hohen Niveau, wobei eine Negativspirale in Gang gesetzt werden kann und am Ende ein unbeweglicher, grobmotorischer junger Mensch steht. Dann reicht oft schon eine ungewohnte Bewegung aus, um die Muskulatur ernsthaft zu beschädigen. Im weiteren kann es zu Nervenquetschungen im verklebten Gewebe kommen, und es drohen langfristige Verspannungen oder chronische Rückenbeschwerden. Die gute Nachricht ist, dass Faszien gut beeinflussbar und trainierbar sind. Mit den richtigen Übungen und Methoden können wir unser Bindegewebe lebenslang stark und fit machen. Welche negativen Auswirken Stress auf dein Gehirn hat, liest du im Artikel: So killt Stress deine Neuronen im Gehirn!

4. Die Qualität der Faszien bestimmt unsere Beweglichkeit

Für unsere Gesamtbeweglichkeit sind Faszien entscheidend. Sie können durch Stress, aber auch durch Bewegungsmangel oder durch einen Mangel an Regeneration verkürzen oder verhärten. Das gut dehnbare Elastin nimmt innerhalb des Gewebes ab, stattdessen wird es mit dem kaum dehnbaren Kollagen ersetzt. Somit erhöht sich der Grundtonus erheblich, die Gleit- und Dehnfähigkeit des Bindegewebes geht verloren, der Körper wird unbeweglich und die koordinativen Fähigkeiten nehmen ab. Oft sind diese Effekte auch mit Schmerzen verbunden.

5. Kraft wird im Bindegewebe definiert

Da gesunde Faszien elastisch sind, erzeugen sie durch Dehnspannung Kräfte und leiten diese im Körper weiter. Die Muskulatur verstärkt diese Kräfte um ein Vielfaches. Dabei gilt: Je elastischer das Bindegewebe ist, umso mehr Kräfte werden erzeugt und weitergeleitet. Bei einem Schritt wird zum Beispiel das Bindegewebe gedehnt, sobald wir auf einem Fuß stehen. Das Fußgewölbe senkt sich, der Ballen und die Ferse weichen leicht auseinander, die elastischen Fasern werden gedehnt. Sie speichern diese Energie. In der Abstoßbewegung wird diese Energie freigegeben und der Fuß geht in seine ursprüngliche Form zurück. Beim Menschen ist der Effekt eher klein, aber denken wir an ein Känguru oder einen Frosch. Diese Tiere haben gelernt, diesen Effekt extrem zu optimieren.  Das Prinzip der Energiespeicherung gilt auch für andere Bewegungen, wie etwa dem Wurf oder dem Sprung.

6. Faszien geben unserem Körper Form

Das Erscheinungsbild unseres Körpers wird von unseren Faszien bestimmt. Dafür verfügen wir über eine Grundmatrix, die veränderbar ist. Diese Passt sich mittelfristig an die unterschiedlichen Belastungen unseres Körpers an. Würde man alle Muskeln, Organe und Knochen aus unserem Körper entfernen, wäre über das Netz des Bindegewebes, über eine michig-weiße Hülle mit vielen Einbuchtungen, immer noch die Form des Körpers erkennbar. Die Faszien geben den einzelnen Bestandteilen des Körpers den Zusammenhalt und sorgen dafür, dass sie dort bleiben, wo sie sein sollen.

​In diesem Video erklärt der Faszienforscher Dr. Robert Schleip von der Universität Ulm die Grundfunktionen der Faszien.

Check Box:

  • Faszien sind wie Orangen: Sie bestehen aus ganz dünnen weißlichen Häuten, die jedes Organ und jeden Muskel umschließen.
  • Faszien sind wie ein Schwamm: Bei Bewegung reagieren Faszien wie ein Schwamm. In der Belastungsphase presst du sie aus, In der Entlastungsphase saugen sie sich wieder voll.
  • Faszien reagieren wie Pfeil und Bogen: Sie erzeugen durch Dehnspannung Kräfte und leiten diese im Körper weiter. Die Muskulatur verstärkt diese Kräfte um ein Vielfaches.
  • Faszien sind wie ein Spinnennetz: Durch Verspannungen und Bewegungsmangel verklebt unser Bindegewebe. Ähnlich wie ein verklebtes Spinnennetzt kann es dann bei zuviel Beanspruchung reißen oder seine Funktion nicht mehr erfüllen.
  • Psychischer Stress nimmt die Elastizität deiner Faszien! Bist du entspannt, senkt das auch die Spannung deines Bindegewebes.
  • Faszien sind das größte Sinnesorgan des menschlichen Körpers. Es erkennt die Lage und die Bewegungen des Körpers, wie Gelenksstellungen oder Muskelspannung und reagiert darauf entsprechend.

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